„Blinder Rassismus auf Websites von Tageszeitungen“

Mit dem Auftritt der Printmedien im Internet wird die kosmopolitane Szene verstärkt mit dem Alltäglichen Rassismus aus der Mitte der Gesellschaft konfrontiert. Besim Karadeniz (blog.netplanet.org) hat zu diesem Problem einen lesenswerten Aufruf an die Bloggerwelt gerichtet:
Blinder Rassismus auf Websites von Tageszeitungen.

Online-Foren, die für viele „Klicks“ sorgen, ziehen nicht nur pöbelnde Rassisten an, sie werden auch durch die skandalisierenden Aufmacher der Zeitungen angeheißt:

Der Teufel liegt jedoch im Detail und hier ganz und gar in tumorösen Strukturen: Stetig befeuert werden solche Online-Foren nämlich durch das, was die Zeitung schreibt und das muss heutzutage blutig und heftig sein. Das bekommt man für gewöhnlich als Zeitung weitgehend frei ins Haus, nämlich in Form der Presseverteilers der hiesigen Polizei, des Amtsgerichts und von anderen Behörden. Wer die heute bekommt, weiß weitgehend schon, wie der Lokalteil der Regionalzeitung von morgen aussehen wird und was vorab als Aufmacher auf der Homepage landet.

Wurden bislang Rassisten weitestgehend einfach ignoriert, so sieht „blog netplanet“ nun die Notwendigkeit, das Problem genauer anzuschauen und öffentlich zu machen:

Das heißt für uns alle: Schauen, was die Tageszeitung online so treibt und öffentlich anprangern! Dazu haben wir Blogger Weblogs, Trackbacks, Twitter und Facebook.

Viele Print-Medien sind sowohl mit den neuen Medien als auch mit dem Thema Rassismus überfordert. Es fehlt am qualifiziertem Personal und Support. Deshalb begrüße ich hier sehr den Aufruf zum kritischen Media Watch. Ein Vorbild hier ist „der braune mob“.

kritische masse

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Für Medienschaffende – gerade in den Print-Medien – empfehle ich folgende Lektüre:

Siegfried Jäger / Dirk Halm (Hg.)
Mediale Barrieren
Rassismus als Integrationshindernis

Schwerpunkt ist hierbei der Mediendiskurs „Islam“.

Susan Arndt und Antje Hornscheidt (Hg.)
Afrika und die deutsche Sprache
Ein kritisches Nachschlagewerk

Hier werden rassistische Begriffe, die aufgrund der kolonialen Tradition noch in der „weißen“ Mehrheitsgesellschaft verankert sind, kritisch hinterfragt. Eine Muss-Lektüre für alle Redaktionen.

Iman Attia (Hg.)
Orient- und IslamBilder
Interdisziplinäre Beiträge zu Orientalismus und antimuslimischem Rassismus

Susan Arndt (Hg.)
AfrikaBilder
Studien zu Rassismus in Deutschland


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