1. KRITISCHE MEDIENTAGE MÜNSTER

- Call for Contribution -

Für das Wochenende vom 29. bis 31. 8. 09 sind die ersten kritischen medientage münster geplant. Diese für alle kritischen Leser_innen und Medienschaffende offene Veranstaltung wird von der Initiative Soziale Orte Münster und dem Unrast Verlag als Austausch- und Vernetzungstreffen angeregt. Mit diesem Call for Contribution bitten wir alle Interessierten um ihre Beiträge und Zusammenarbeit.

Die Vorbereitung und Diskussion zu der Veranstaltung beginnt bereits hier im Blog. Wir bieten Ihnen die Möglichkeit, ihre Beiträge bereits hier zur Diskussion zu stellen.

Welche Themen sind Ihnen wichtig?

Welches sind Ihre Kritikpunkte an den traditionellen Medien in Münster?

Welches positiven und negativen Erfahrungen haben Sie mit den neuen Medien in Münster gemacht?

Wie lassen sich die neuen Medien für Münster besser für eine kritische Öffentlichkeit nutzen?

Welche Beiträge würden Sie gerne schon im Vorfeld der Veranstaltung vorstellen und diskutieren?

Welche konkreten Angebote (Referate, Workshops) möchten Sie auf der Veranstaltung anbieten?

Bereits zur Diskussion stellen möchten wir folgende Themen:

1. Im Zeichen von Twitter, Blog & Co. – Die Krise traditioneller Medien in Münster

Die Münsteraner_innen haben immer größere Kompetenzen im Umgang mit dem Internet und digitalen Medien (Personal digital assistants / Mobil devices, Web 2.0, Podcasts,… ) und damit steht ihnen heute eine eigene „Druckerpresse“ zur Verfügung.

In der Welt des Internets finden sich aktuellere und spezifischere, authentischere und ausführlichere Informationen als in den Print-, Radio- und TV-Medien Münsters. Während Verbände und Lobbygruppen den Medien-Content der traditionellen Medien in Münster bestimmen, haben diese traditionellen Interessensgruppen im Internet massive Schwierigkeiten überhaupt in gewohnter Form beachtet zu werden. Umgekehrt wird seitens der traditionellen Medien in Münsters der wachsenden kritischen Öffentlichkeit in den neuen Medien kaum Beachtung geschenkt.

Sollten kritische Medienschaffende und kritische Medienkonsument_innen in Münster einen Veränderungsprozess bei den traditionellen Medien bewirken oder werden die traditionellen Medien ohnehin an Bedeutung verlieren?

2. Qualifiziert, aber nicht gebraucht?
Zur Veränderung journalistischer Arbeitsbedingungen und Aufgaben

Journalistisches Potential wird in den traditionellen Medien zusehends wegrationalisiert. Gleichzeitig ergeben sich ganz neue Aufgaben und Tätigkeitsfelder für Journalist_innen. Während Fachleute heute davon ausgehen, dass Tageszeitungen zunehmend überflüssig werden, benötigen die neuen Medien Kuratoren, Aggregatoren und Vermittler_innen journalistischer Fähigkeiten.

3. „Politikverdrossenheit“?

Was steht überhaupt hinter dem Schlagwort „Politikverdrossenheit“? Mit dem Internet wächst auch das Potential einer demokratischen Vernetzung und Kommunikation sozial und politisch engagierter Münsteraner_innen. Während ihr steigendes Engagement von der traditionellen Politik und Medien in Münster kaum wahrgenommen wird, tönen aus eben diesen Medien immer stärke die Floskeln über die so genannte „Politikverdrossenheit“. Sie zeige sich an mangelnden Mitgliederzahlen, mangelnder Wahlbeteiligung und in geringeren Zahlen der Zeitungsleser_innen. Die Medienlandschaft und das politische Leben in Münster ist jedoch in einem Wandel begriffen.

4. Nachrichten ohne Garantie. Leser_innenschutz?

Nachrichten in den traditionellen Medien Münsters sind extrem kurz und kurzlebig. Betroffene, über die berichtet wird, beklagen häufig die allzu verkürzte Darstellung oder fühlen sich gar völlig falsch dargestellt. Wie können sich Betroffene – zu denen immer auch die nicht unmittelbar betroffenen Zuschauer_innen, Zuhörer_innen und Leser_innen gehören – wehren?

5. hyödytön – Wenn nicht berichtet wird …

Engagierte Menschen und Gruppen halten ihre öffentliche Arbeit für sehr wichtig. Zurecht. Wer sich für die Gemeinschaft und das Leben in dieser Stadt engagiert, benötigt Öffentlichkeit, Austausch und Kommunikation. Angesichts ihres Engagements sind viele Münsteraner_innen über die verkürzte und ausbleibende Information und Berichterstattung seitens der traditionellen Medien enttäuscht. Nicht selten erscheint dann das eigene Engagement als Unnütz (hyödytön). Ignoranz seitens traditioneller Medien ist zwar ärgerlich, aber besser wäre es, nach den Gründen dieser Ignoranz zu fragen. Rationalisierung, seltener werdendes journalistisches Handwerk, Fixierung auf dröge Verbandspolitik … sind nur einige Gründe, die verdeutlichen, dass nicht die Inhalte unnütz sind, sondern die traditionellen Medien zusehends unflexibel erscheinen und eingeschränkt in ihren Ressourcen sind. Es stellt sich also die Frage nach einer veränderten Strategie im Umgang mit traditionellen Medien in Münster. Denn nicht allein ein veraltendes Medium bildet die Grenzen für eine engagierte und kritische Öffentlichkeit, sondern auch die oft sinnlose Orientierung an diesen Medien und ihren oft hinterfragbaren „nützlichen“ Content.

6. E-Government, Medienregulierung und Presse(freiheit)
Während traditionelle Medien in Münster bereits gut reguliert sind, sind die neuen Medien zunehmend von Regulierungen betroffen.

Ihre Beiträge sammeln wir im Blog KRITISCHE MEDIENTAGE MÜNSTER.
Es wird über den Weg der neuen Medien versucht, eine Vernetzung und Organisation der Veranstaltung zu koordinieren.

Als Ort der Veranstaltung wird das neue Soziale Zentrum Q8 am Hafen angefragt. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Für Ihre Anregungen, Ihre Zusammenarbeit und Ihre Unterstützung bedanken wir uns bereits jetzt.

Bitte senden Sie Ihren Beitag als Email an presse@unrast-verlag.de oder benutzen Sie die Kommentarfunktion in diesem Blog.

Viele Grüße,

Das Orga.Team

Kontakt:

Willi Bischof
Unrast Verlag
Hafenweg 31
D-48155 Münster
presse@unrast-verlag.de

Aktuell informieren wir Sie per Twitter auf:
http://twitter.com/unrast_news

Blog:
KRITISCHE MEDIENTAGE MÜNSTER


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